N.A. EICHLER
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auf semiotischer Grundlage
MEDIEN-KOMMUNIKATION
II. Grundprinzipien semiotischen Denkens
III. Drei Arten von Zeichen
IV. Die Bedeutung der Semiotik für Medien, Marketing und Werbung
V. Schlußbemerkungen
Was ist Semiotik ?
Die Semiotik ist eine relativ junge Wissenschaft, obwohl sie, zumindest als Begriff, nun schon nahezu drei Jahrhunderte bekannt ist. Ihre Jugend ist in der Tatsache begründet, daß grundlegende semiotische Forschungen und systematische Überlegungen zum Thema eigentlich erst in den letzten fünf Jahrzehnten angestellt wurden.
Führend und anerkannt als bedeutendster Vetreter und Vordenker dieser modernen Wissenschaft ist Charles W. Morris. Vor ihm konnte von einer Semiotik im heutigen, umfassenden Sinn dieses Wortes nicht die Rede sein, obwohl eine ganze Reihe von Linguisten, darunter Ch.S. Peirce, G.H. Mead und J. Dewey, wichtige Vorüberlegungen angestellt hatten.
Der Begriff Semiotik leitet sich aus dem griechischen Wort "semeion" = "Zeichen" ab. Die Semiotik ist also eine Zeichentheorie (oder: Wissenschaft der Zeichen) und stellt den ambitionierten Versuch dar, alle Formen von Zeichen- und Kommunikationsprozessen in abstrakter, wissenschaftlicher Logik zu erfassen und zu definieren - und damit in allen Dimensionen und Abläufen.
Charles W. Morris selbst hat in einem seiner Hauptwerke ("Bezeichnung und Bedeutung / Eine Untersuchung von Zeichen und Werten" - 1964) die Bedeutung der Semiotik so beschrieben:
Semiotik strebt
eine allgemeine Zeichentheorie in all ihren Formen und
Ausprägungen an, ob sie bei Tieren oder Menschen
vorkommen, normal oder pathologisch, sprachlich oder
nichtsprachlich, persönlich oder sozial sind.
Semiotik ist daher ein interdisziplinäres Unternehmen.
Ein Teil des weitverbreiteten
Interesses an diesem Bereich wird von der Überzeugung
motiviert, daß Zeichenprozesse höheren Niveaus (die oft
Symbole genannt werden) für das Verständnis des Menschen
und seiner Werke von zentraler Wichtigkeit sind.
Ernst Cassirer nannte den Menschen "das symbolische
Lebewesen" ("animal symbolicum") anstelle von
"das rationale Lebewesen" ("animal rationale"),
und viele moderne Arbeiten haben die Angemessenheit
dieser Vorstellung belegt.
Den Terminus 'Semiotik' übernahm
John Locke von den griechischen Stoikern, die ihrerseits
von der griechischen medizinischen Tradition beeinflußt
waren, die Diagnose und Prognose als Zeichenprozesse
interpretierte. Die heute weit verbreitete
Verwendung des Terminus 'Semiotik' geht auf Charles S.
Peirce (1839-1914) zurück, der sich John Lockes
Verwendungsweise anschloß. Die Termini 'Signifika'
und 'Semantik' werden ebenfalls verwendet, obwohl heute
die Tendenz besteht, 'Semantik' nur noch für die
Benennung eines Teilbereichs der Semiotik zu gebrauchen.
Die historisch wichtigsten
Beiträge zur allgemeinen Zeichentheorie stammen von
Philosophen und Linguisten, aber heute leisten auch
Psychologen, Psychiater, Ästhetiker, Soziologen und
Anthropologen extensive Arbeit auf diesem Sektor.
Mit dieser Definition ist nicht nur klar umrissen, was Semiotik zu leisten vermag - sondern auch, daß sie erst eine Wissenschaft in den Anfängen ist, zu der alle wissenschaftlichen Disziplinen mehr und mehr Beiträge werden leisten können und die sich in den kommenden Jahrzehnten zu der umfassenden Kommunikationswissenschaft auswachsen wird, die sie in unserem Verständnis schon heute zu sein beanspruchen kann.
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